Welpe schläft nicht durch – Ursachen und was du tun kannst
Nachts kein Auge zumachen, weil der Welpe wimmert, kratzt oder bellt – das kennen fast alle neuen Hundebesitzer. Die gute Nachricht: Es gibt konkrete Dinge die helfen, und es wird besser.
Warum schläft mein Welpe nicht durch?
Ein Welpe der in den ersten Nächten weint, tut das aus einem ganz einfachen Grund: Er vermisst seine Mutter und seine Geschwister. Bis vor wenigen Tagen schlief er in einem Knäuel aus Körperwärme und vertrauten Gerüchen. Jetzt ist er allein.
Das ist kein Verhaltensproblem und auch kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Es ist normale Trauer um einen Verlust, der für den Welpen sehr real ist.
Wann hört es auf? Die meisten Welpen schlafen nach 2–4 Wochen deutlich besser durch. Manche brauchen länger. Was du in dieser Zeit tust, hat großen Einfluss darauf wie schnell sich das beruhigt.
Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?
Deutlich mehr als die meisten Menschen denken. Welpen brauchen bis zu 18–20 Stunden Schlaf pro Tag. Das ist kein Witz. Ihr Gehirn wächst, ihr Körper entwickelt sich, und das passiert im Schlaf.
Was das bedeutet: Wenn dein Welpe tagsüber nicht genug schläft, ist er nachts unruhiger. Übermüdete Welpen können sich nicht selbst beruhigen und schlafen schlecht ein.
Die häufigsten Fehler in der Nacht
- Gleich hinlaufen wenn er weint: Du bestätigst, dass Weinen dich ruft. Kurz warten und schauen ob er sich von alleine beruhigt.
- Ihn ins Bett holen: Kurzfristig hilft das, langfristig gewöhnt er sich daran und wird noch unruhiger wenn er nicht darf.
- Großes Trost-Ritual in der Nacht: Spiel, Futter, lange Gespräche – das weckt ihn vollständig auf und macht den Schlaf schwieriger.
- Abends zu lange spielen: Aufgeregte Welpen brauchen Zeit zum Herunterfahren. Abends ruhig bleiben.
Was wirklich hilft – 5 konkrete Tipps
1. Getragenes T-Shirt in die Box legen
Dein Geruch beruhigt deinen Welpen. Ein T-Shirt das du getragen hast in die Box legen – kein Waschmittelduft. Das ahmt die Körperwärme der Mutter nach.
2. Box nah am Bett aufstellen
Besonders in den ersten 1–2 Wochen hilft es, die Box im Schlafzimmer zu haben. Deine Atemgeräusche beruhigen den Welpen. Du musst nicht im Bett schlafen lassen – Nähe reicht.
3. Letzte Runde kurz vor dem Schlafen
Kurz vor dem Schlafengehen nochmal raus zum Lösen. Ein Welpe der seine Blase geleert hat schläft länger durch. Danach keine Aufregung mehr – direkt in die Box.
4. Tagsüber genug Schlaf sicherstellen
Klingt paradox, funktioniert aber: Welpen die tagsüber genug schlafen, schlafen nachts besser. Sorge für klare Ruhezeiten tagsüber – kein ständiges Spielen und Beschäftigen.
5. Leises Radio oder weißes Rauschen
Stille kann für Welpen unangenehm sein – zu Hause bei Mutter und Geschwistern war es nie still. Ein Radio mit ruhiger Musik oder weißes Rauschen hilft manchen Welpen deutlich.
Wenn er nachts wach wird: Wie reagieren?
Wenn dein Welpe nachts wacht und wimmert: Kurz warten (30–60 Sekunden). Wenn er nicht aufhört: kurz raus zum Lösen, sachlich und ruhig, dann sofort zurück in die Box. Kein Spielen, kein Füttern, kein langes Trösten.
Mit der Zeit lernt er: nachts ist Schlafzeit. Das dauert, aber die Konsequenz lohnt sich.
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